Geschichte der Zahnpflege – Miswak

Zahnpflege im Pegel der Geschichte

Als Zahnbürsten noch Geschichte waren

Die Reinigung der Zähne begann mit fasrig gekauten Zweigen, die in dem islamischen Kulturbereich Miswak oder Siwak benannt sind. Die Anwendung fasrig gekauter Äste wurde aber schon im altindischen Kodex von Manu (600 v. Chr.) genannt und in der berühmten altindischen Sammlung klinischen Wissens (Susruta, etwa 400 n. Chr.) angeraten. Als „Zahnpasta“ benutzte man ein Gemisch aus Honig, Öl, pulverisiertem bengalischem Gewürz, Zimt, Ingwer und Salz. Fasrig gekaute Zweige dienten in der vorislamischen Zeit den Arabern und afrikanischen Naturvölkern allgemein zur Zahnreinigung.
Der Religionsgründer und Weissager Wahrsager (570-632), war wohl einer der 1. überzeugten Zähneputzer der Weltbevölkerung, als er in Mekka den hygienischen Grundsatz anhand des Miswak postulierte: „Ihr sollt euren Mund reinigen, denn dies ist der Weg für die Lobschrift Gottes.“ Er schnitzte sich aus einer Holzart ein winziges Holzstäbchen, dessen Ende er durch Kauen oder Plattklopfen auffaserte um damit die Speisereste aus den Zähnen zu entfernten. Wie wichtig ihm die Zahnpflege war, zeigt die Überlieferung,dass Wahrsager habe in der Sterbestunde nicht gebetet, stattdessen nach dessen Kauholz gefordert.
Arabische Kaufleute und Sklavenhändler trugen den Miswak auf ihren Reisen bei sich, das zeigt, dass nicht nur die Naturvölker Ost- und Westafrikas und die Inder in dieser Tagen der frühen Geschichte der Zahnpflege den Miswak zur Mundhygiene verwendeten.
Bei der Bundeszahnärztekammer in Köln wurde ein Museum aufgemacht, das die Fortentwicklung der Zahnpflege schildert und zeigt. Kurator des Museums ist Herr Egon Peters, der sich mit der Angelegenheiten und der Geschichte der Zahnpflege mehrjährig beschäftigt hat, eine Menge Exponate für dieses Museum kaufen konnte und sie fachkundig der „Kulturgeschichte der Zahnpflege“ zugeordnet hat. Als Autor zahlreicher Beiträge hat er sich als Fachmann der Thematik verdient gemacht. Hier berichten wir in Kurze aus seinen Veröffentlichungen: Was einem modernen Menschen vielfach erst nach nicht unerheblichen Aufklärungsbemühungen zur alltäglichen Angewohnheit wird – bekanntlich die Zahnpflege – war schon bei  alten Ägyptern vor dreieinhalbtausend Altersjahren so natürlich, daß sie die morgendliche Mundreinigung mit Salz in ihrer Umgangsprache als „Frühmal“ bezeichneten.

In nahezu allen Kulturen war der sogenannte “Zahnwurm“ allgemein bekannt, der heute als berühmte Zahnfäule oder auch Karies genannt wird  und dem man mit einer Beschwörungsformel beizukommen versuchte. Im Verlauf der Beschwörung wurde zusätzlich ein Gebräu aus Emmer-Bier, gestampftem Malz und Sesamöl auf den kranken Zahn gelegt. In Indischer Republik schwor man schon um 600 v. Chr. auf eine Gurgelwasserrezeptur aus Senf, Bengalpfeffer, Koreander und alkalischer Asche.

Miswak das Urvorbild

Dieser, im Vereinigten Arabischen Emiraten noch heute verwendete Miswak, oder auch Siwak benannt, hat besonders bei Arabischen und Islamischen Welt einen hohen kulturellen Stellenwert erlangt. Er wird aus dem Arak-Baum (Salvadora persica), der im kompletten Mittleren Osten, aber überwiegend in Saudi-Arabien beheimatet ist, in der Regel aus den Wurzeln, selten aus den Ästen oder der Rinde gewonnen. Die Holzstäbchen sind bei einer Länge von 5 bis 12 cm mit einem durchschnitt bis 1,5 Zentimetern gross und von verschiedener Härte. Vor dem Nutzung wird der Miswak im Wasser gereinigt und an einem Ende gekaut, um eine aufgeweichte aber ebene, faserige, büschelige Bürste zu erhalten. In Studien Anfangs der 80er Jahre wurde ein Fluoridgehalt von acht bis 22 ppm/F diagnostiziert, was in mehrfacher Hinsicht die Effezienz der Oralprophylaxe des Miswaks als optimales „Pflegemittel“ dokumentiert.

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